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Menschlicher Beistand für Opfer von Gewalttaten

Wichtig für alle, die SV-Kurse geben, und für alle Polizeibeamt/inn/en:
Menschlicher Beistand für Opfer von Gewalttaten

Bedroht, überfallen, beraubt, misshandelt, sexuell missbraucht oder gar getötet. Bei jährlich mehr als 6 Millionen registrierten Straftaten liegen insbesondere Gewaltkriminalität und Roh-heitsdelikte auf einem hohen Niveau (rund 800.000 Fälle im Jahr).
Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen meist nur das Tatgeschehen, der Täter, seine Verfolgung und Verurteilung.

Bedroht, überfallen, beraubt, misshandelt, sexuell missbraucht oder gar getötet. Bei jährlich mehr als 6 Millionen registrierten Straftaten liegen insbesondere Gewaltkriminalität und Roh-heitsdelikte auf einem hohen Niveau (rund 800.000 Fälle im Jahr).
Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen meist nur das Tatgeschehen, der Täter, seine Verfolgung und Verurteilung.
An die betroffenen Opfer und ihre Situation nach der Tat wird immer noch zu wenig gedacht! Wer Opfer einer Straftat geworden ist, weiß oft nicht, wie es weitergehen soll. Aufgrund körperlicher Schäden, wirtschaftlicher Verluste und nahezu immer auch see-lischer Verletzungen haben viele Betroffene die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in ein wenigstens einigermaßen normales Leben bereits aufgegeben.
Was jetzt zählt, ist schnelle unkonventionelle Hilfe, damit die Folgen der Tat so erträglich wie möglich werden.
Diese Hilfe leistet der WEISSE RING, schnell, kompetent, zuverlässig und im persönlichen Kontakt mit den Betroffenen und/oder Angehörigen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WEISSEN RINGS (WR) sind oft die ersten Menschen, die sich um die Kriminalitätsopfer kümmern und mit denen die Betroffenen über ihre Probleme sprechen können. Meist sind neben körperlichen und materiellen Schäden auch psychische Belastungen ursächliche Folgen der Straftat.
Schon ein Telefongespräch, ein Besuch am Krankenbett, die Hilfestellung bei Behörden-gängen – einfach das Gefühl, als Opfer einer Straftat nicht „vergessen“ zu sein, können den Betroffenen wieder Mut und neue Hoffnung geben.
Die immaterielle Hilfe ist somit das wichtigste Element der Opferarbeit des WR. Das Hilfsan-gebot reicht von menschlichem Beistand, persönlicher Betreuung, Unterstützung im Umgang mit Behörden über Begleitung zu Gerichtsterminen bis zur Opferzeugenbe-treuung, in vielen Fällen sogar mit finanziellen Zuwendungen zur Überbrückung tatbe-dingter Notlagen. Zudem gewährt der WR den Opfern Rechtsschutz zur Wahrung ihrer Persönlichkeitsrechte in Strafverfahren und bei der Durchsetzung von Ansprüchen nach dem Opfer-Entschädigungsgesetz (OEG).
Opfer, denen der WR seine Hilfe anbietet, zeigen sich oft überrascht davon, dass sich über-haupt jemand um sie kümmert. In ihrer Not und Verbitterung hatten sie die Hoffnung vielfach schon aufgegeben. Umso dankbarer sind sie für die unterwartete Hilfe. Neben der direkten persönlichen Unterstützung leistet der WR somit auch einen wichtigen Beitrag zum Rechts-frieden.
Der WR tritt auch öffentlich für die berechtigten Belange der Kriminalitätsopfer ein. So fordert er u. a. eine Verbesserung der rechtlichen und der sozialen Situation der Geschädigten so-wohl bei der staatlichen Opferentschädigung als auch beim Opferschutz. Zugleich unterstützt er die Vorbeugung sowie die Projekte des Täter-Opfer-Ausgleichs und der Schadenswieder-gutmachung. Hier hat der WR ein ganz neues Beratungsangebot für die Opfer geschaffen: die kostenlose Spurensicherung. Opfer von Gewalt leiden nicht nur unter den körperlichen Folgen der Straftat. Psychisch Schwerbelastete können sich aus persönlichen Gründen oft nicht sofort zu einer Strafanzeige entschließen. Die Spurensicherung zur Beweisführung im Strafprozess erfolgt jedoch üblicherweise erst im Auftrag der Polizei oder Staatsanwaltschaft nach einer Strafanzeige. Dieses Problem hat der WR mit einem neuen Beratungsscheck „Kostenlose Spurensicherung“, d. h. das Opfer kann eine kostenlose Untersuchung, die Sicherung der Gewaltspuren und eine gerichtsverwertbare Dokumentation in Anspruch neh-men. Damit kann das Opfer auch noch zu einem späteren Zeitpunkt die Strafverfolgung ein-leiten.
Die Untersuchung unterstützt darüber hinaus auch die Beweisführung in einem Antragsver-fahren nach dem Opfer-Entschädigungsgesetz, die ohne Strafurteil schwierig sein kann. Ohne rechtzeitige Dokumentation der Gewaltspuren wären erforderliche Nachweise einer Gewalttat unwiederbringlich verloren. Hier setzt der neue Hilfescheck des WR an. Im Netz-werk der Unterstützung für die Opfer nimmt der Verein damit auch seine spezielle Lotsen-funktion wahr. Opfer und ihre Angehörigen erhalten persönlichen Beistand und können zur Untersuchungsstelle begleitet werden. Um die Abrechnung kümmert sich der WR. In der Pflicht sieht der WR dabei den Staat. Bis dahin schließt der Verein die Lücke, damit den Opfern keine Nachteile entstehen, weil die staatlichen Regelungen zu lange auf sich warten lassen. Ziel ist, die rechtsmedizinische Untersuchung als flächendeckende und für das Opfer kostenfreie Versorgung staatlicherseits möglich zu machen. Alle 30 rechtsmedizinischen Institute in Deutschland haben dem WR ihre Unterstützung zugesagt. Eine solche Spuren-sicherung ohne Einschaltung der Ermittlungsbehörden ist notwendiger Bestandteil der Rechtspflege, die auch angemessene Berücksichtigung von Opferbelangen mit einschließt. Weitere Informationen unter www.weisser-ring.de.

Kennst Du die neue Rufnummer des WEISSEN RINGES?  116 006

Dietrich Brandhorst
unter Verwendung eines Artikels
aus der WR-Publikation „direkt“

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