Landesverband

Frauen

Kursleiterausbildung SBH/SV für Frauen und Mädchen

Kursleiterausbildung Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen, 2008, Mainz

Birgit Schlemper (Landesfrauenreferentin JJVRP) leitete die Ausbildung unterstützt von Ines Rose (Leiterin Polizei-Beratung in Mainz) und Rüdiger Schlemper (Polizeioberkommissar).

Trotz großer Vorerfahrung der Kursteilnehmer/innen im Bereich Kampfsport waren die überwiegenden Themen totales Neuland. Angefangen bei den Hintergrundinformationen über Gewalt gegen Frauen, rechtlichen Grundlagen, polizeilichen Statistiken bis hin zu Übungen zur Körpersprache, Stimme, Distanzzonen, Wahrnehmung und Rollenspielen.

Im Selbstverteidigungsbereich ging es in erster Linie um sinnvolle Techniken in Frauen-SV-Kursen. Mit diversen Hilfsmitteln und Methoden wurden diese den Teilnehmern/innen vorgestellt.

Weitere wichtige Punkte waren die Planung von Kursen und Anforderungen an die Kursleitung.
In der theoretischen und praktischen Abschlussprüfung zeigte sich, wie intensiv sich die TN mit den neuen Themen auseinandergesetzt hatten. So war dieser Tag weniger eine Prüfung, sondern eher eine gegenseitige Beschulung.

Wir gratulieren ganz herzlich zur bestandenen Prüfung:

Dennis Hempel JJC Wörrstadt
Fabian Kohlei PSV Wengerohr
Volker Levigion PSV Mainz
Sandra Holzknecht Cochem
Timo Schieber TV Primasens
Marcus Schneider TuS Wallmerod
Dieter Wolf VFL Bad Kreuznach

Den neuen Kursleiterinnen und Kursleitern wünschen wir viel Erfolg und Freude bei der Durchführung ihrer Kurse.

Hilfe für Opfer von Gewalt

Wichtig für alle Polizeibeamt/inn/en und Kursleiter/innen FrauenSV:

Hilfe für Opfer von Gewalt:

Das Wichtigste zum Opferentschädigungsgesetz

Staatliche Opferentschädigung greift zu selten!
WEISSER RING kritisiert: Rund 90 % aller Gewaltopfer stellen keinen Antrag auf Leistungen beim Versorgungamt / Gesetzliche Regelungen weitgehend unbekannt

Jahr für Jahr werden bundesweit mehr als 700.000 Menschen Opfer von Rohheitsdelikten, Straftaten gegen die persönliche Freiheit, gegen die sexuelle Selbstbestimmung und gegen das Leben. Unter den Tatfolgen leiden nicht nur die Opfer, sondern auch deren Angehörige und Hinterbliebenen. Viele der Opfer können Ansprüche auf staatliche Unterstützung haben. Doch nur wenige der Geschädigten wissen um ihren Anspruch nach dem Opferentschädigungsgesetzt (OEG). Durch die erlittenen körperlichen und seelischen Schäden werden viele Betroffene zeitweise oder auf Dauer in ihrer persönlichen Lebensführung beeinträchtigt.

Bezogen auf jährlich rund 215.000 Gewalttaten stellen nur knapp 11 Prozent einen Antrag auf staat-liche Entschädigung. Wenn es dem Staat nicht möglich ist, seine Bürger ausreichend vor Straftaten zu schützen, so muss er sich wenigstens ausreichend um die Opfer kümmern. Das ist der Leit-gedanke des 1976 verabschiedeten Opferentschädigungsgesetzes.

Anspruch auf Leistungen hat derjenige, der in Deutschland infolge eines vorsätzlichen, rechtswidrigen Angriffs eine gesundheitliche Schädigung erlitten hat.

Doch noch immer ist das OEG selbst bei Behörden und Rechtsanwälten weithin unbekannt, kritisiert die bundesweite Opferschutzorganisation. Nach Erhebungen des WEISSEN RINGS, basierend auf Behördenangaben, erhalten nur wenige Betroffene eine spürbare Hilfe bei der Bewältigung körperli-cher, seelischer oder wirtschaftlicher Tatfolgen.

Zu viele Opfer gehen leer aus!

Bei nur 36 % der jährlich gestellten rund 23.000 Anträge kommt es zur Anerkennung und damit zur Übernahme von Heilbehandlungskosten (8.484 Fälle in 2007) sowie zu Rentenleistungen aufgrund andauernder Gesundheitsschäden infolge der erlittenen Straftat. Bei knapp 218.000 Gewaltopfern erhielten demnach im Jahr 2007 in ganz Deutschland nur 1.600 Personen, darunter 175 Witwen und Waisen, eine Rente nach dem Opferentschädigungsgesetz.

Bessere Informations–Politik gefordert!

“Die Bilanz ist schlichtweg skandalös für das Selbstverständnis eines Rechts- und Sozialstaates und ein harter Schlag für diejenigen Bürgerinnen und Bürger, die er vor gewalttätigen Übergriffen nicht hatte schützen können” kritisiert der WEISSE RING. „Wer das Gesetz nicht kennt, geht leer aus. Die eingehende Information der Bevölkerung und insbesondere der Kriminalitätsopfer durch staatliche Stellen muss noch weiter verbessert werden“.

Gewaltopfer sind keine lästigen Bittsteller, sondern haben Ansprüche und Rechte!
Ein respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein!
Der WR fordert die sofort nach der Tat zur Verfügung stehende umfassende medizinische und therapeutische Unterstützung.

OEG–Passus gehört ins polizeiliche Anzeige – Formular!

Der WR fordert die Aufnahme entsprechender Passagen in das polizeiliche Anzeige-Formular. Die beiden dort festgehaltenen Aussagen des Opfers „Ich habe durch die Straftat gesundheitliche Schädigungen erlitten: Ja/Nein“ und „Ich beantrage Leistungen nach dem Opferentschädigungs-gesetz: Ja/Nein“ würden den Betroffenen den Zugang zur staatlichen Opferentschädigung wesentlich erleichtern. Durch die Weiterleitung eines Durchschlages an das Versorgungsamt ist der OEG-Antrag formlos gestellt, Fristen bleiben gewahrt.
Straftaten auf dem Weg zur Arbeit oder an der Arbeitsstelle können auch einen Arbeitsunfall darstellen. Dann sind Berufsgenossenschaften für Heilbehandlung, Reha-Maßnahmen und Renten-leistungen zuständig. Empfehlenswert ist zugleich ein OEG-Antrag beim Versorgungsamt. Wer letzt-endlich zuständiger Leistungsträger ist, klären die Behörden untereinander. Dies darf die unverzüg-liche Versorgung des Opfers nicht beeinträchtigen.

Wer als N o t h e l f e r anderen beisteht und dabei selbst zu Schaden kommt, steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung (Sozialgesetzbuch VII § 2 (1) Nr. 13).
Nothelfer erhalten Heilbehandlung sowie Rentenleistungen und darüber hinaus Schadenersatz für die Sachschäden, die ihnen durch den Einsatz für einen anderen Bürger entstanden sind. Gleiches gilt für diejenigen, die bei der Verfolgung von Straftätern zu Schaden gekommen sind.

Bei Straftaten im Zusammenhang mit einem K r a f t f a h r z e u g ist nicht das OEG zuständig, sondern die Verkehrsopferhilfe (VOH, 10117 Berlin), z. B. bei Fahrerflucht.

Der WEISSE RING rät:
Jedes Opfer einer Gewalttat sollte unverzüglich einen Antrag – auch formlos – beim örtlichen Versorgungsamt oder einer anderen Behörde stellen!!!!! Informationen dazu erhalten die Geschädigten beim WEISSEN RING (Tel. 01803 – 34 34 34), der bundesweit 420 Außenstellen hat. Sie erhalten dort auch schnell und unbürokratisch kostenlose Unterstützung.

Dietrich Brandhorst
(unter Verwendung des Textes eines Faltblattes vom WEISSEN RING)

Stopp, nicht mit mir!

Schulprojekt an der Realschule Mendig

Die Frauenbeauftragte des rheinland-pfälzischen Ju-Jutsu-Verbandes, Birgit Schlemper, besuchte die Arbeitsgemeinschaft „Selbstverteidigung für Mädchen“ der Realschule Mendig. Die Schwarzgurtträgerin besitzt den zweiten Schwarzgurt (2. Dan), die Trainer B-Lizenz sowie die Prüferlizenz des deutschen Ju-Jutsu-Verbandes. Inhalte der Veranstaltung waren unter anderem die Selbstbehauptung, Selbstverteidigung und die Prävention. Frau Schlemper gab mit Koordinationsübungen und Rollenspielen einen eindrucksvollen Einblick in die Thematik. Verschiedene Selbstverteidigungstechniken wurden von den Schülerinnen in Partnerarbeit eingeübt.

Ju-Jutsu ist moderne Selbstverteidigung (SV) und Zweikampfsport, der in sich Elemente unterschiedlicher Zweikampfsport- und Selbstverteidigungssysteme vereint bzw. weiterentwickelt hat. Auch die Grundlagen der Konfliktbewältigung und Selbstbehauptung ohne den Einsatz körperlicher Gewalt werden im Ju-Jutsu vermittelt. Frau Schlemper ist selbst Mutter zweier Töchter und betreibt diese Sportart seit jetzt mehr als zwanzig Jahren.Die 35 Mädchen der Klassenstufen 5 – 10 die an der Arbeitsgemeinschaft „Selbstverteidigung für Mädchen“ teilnehmen waren begeistert und hoffen auf einen weiteren Besuch der Referentin.

Quelle: mit freundlicher Genehmigung www.rs-mendig.de

Menschlicher Beistand für Opfer von Gewalttaten

Wichtig für alle, die SV-Kurse geben, und für alle Polizeibeamt/inn/en:
Menschlicher Beistand für Opfer von Gewalttaten

Bedroht, überfallen, beraubt, misshandelt, sexuell missbraucht oder gar getötet. Bei jährlich mehr als 6 Millionen registrierten Straftaten liegen insbesondere Gewaltkriminalität und Roh-heitsdelikte auf einem hohen Niveau (rund 800.000 Fälle im Jahr).
Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen meist nur das Tatgeschehen, der Täter, seine Verfolgung und Verurteilung.

Bedroht, überfallen, beraubt, misshandelt, sexuell missbraucht oder gar getötet. Bei jährlich mehr als 6 Millionen registrierten Straftaten liegen insbesondere Gewaltkriminalität und Roh-heitsdelikte auf einem hohen Niveau (rund 800.000 Fälle im Jahr).
Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen meist nur das Tatgeschehen, der Täter, seine Verfolgung und Verurteilung.
An die betroffenen Opfer und ihre Situation nach der Tat wird immer noch zu wenig gedacht! Wer Opfer einer Straftat geworden ist, weiß oft nicht, wie es weitergehen soll. Aufgrund körperlicher Schäden, wirtschaftlicher Verluste und nahezu immer auch see-lischer Verletzungen haben viele Betroffene die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in ein wenigstens einigermaßen normales Leben bereits aufgegeben.
Was jetzt zählt, ist schnelle unkonventionelle Hilfe, damit die Folgen der Tat so erträglich wie möglich werden.
Diese Hilfe leistet der WEISSE RING, schnell, kompetent, zuverlässig und im persönlichen Kontakt mit den Betroffenen und/oder Angehörigen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WEISSEN RINGS (WR) sind oft die ersten Menschen, die sich um die Kriminalitätsopfer kümmern und mit denen die Betroffenen über ihre Probleme sprechen können. Meist sind neben körperlichen und materiellen Schäden auch psychische Belastungen ursächliche Folgen der Straftat.
Schon ein Telefongespräch, ein Besuch am Krankenbett, die Hilfestellung bei Behörden-gängen – einfach das Gefühl, als Opfer einer Straftat nicht „vergessen“ zu sein, können den Betroffenen wieder Mut und neue Hoffnung geben.
Die immaterielle Hilfe ist somit das wichtigste Element der Opferarbeit des WR. Das Hilfsan-gebot reicht von menschlichem Beistand, persönlicher Betreuung, Unterstützung im Umgang mit Behörden über Begleitung zu Gerichtsterminen bis zur Opferzeugenbe-treuung, in vielen Fällen sogar mit finanziellen Zuwendungen zur Überbrückung tatbe-dingter Notlagen. Zudem gewährt der WR den Opfern Rechtsschutz zur Wahrung ihrer Persönlichkeitsrechte in Strafverfahren und bei der Durchsetzung von Ansprüchen nach dem Opfer-Entschädigungsgesetz (OEG).
Opfer, denen der WR seine Hilfe anbietet, zeigen sich oft überrascht davon, dass sich über-haupt jemand um sie kümmert. In ihrer Not und Verbitterung hatten sie die Hoffnung vielfach schon aufgegeben. Umso dankbarer sind sie für die unterwartete Hilfe. Neben der direkten persönlichen Unterstützung leistet der WR somit auch einen wichtigen Beitrag zum Rechts-frieden.
Der WR tritt auch öffentlich für die berechtigten Belange der Kriminalitätsopfer ein. So fordert er u. a. eine Verbesserung der rechtlichen und der sozialen Situation der Geschädigten so-wohl bei der staatlichen Opferentschädigung als auch beim Opferschutz. Zugleich unterstützt er die Vorbeugung sowie die Projekte des Täter-Opfer-Ausgleichs und der Schadenswieder-gutmachung. Hier hat der WR ein ganz neues Beratungsangebot für die Opfer geschaffen: die kostenlose Spurensicherung. Opfer von Gewalt leiden nicht nur unter den körperlichen Folgen der Straftat. Psychisch Schwerbelastete können sich aus persönlichen Gründen oft nicht sofort zu einer Strafanzeige entschließen. Die Spurensicherung zur Beweisführung im Strafprozess erfolgt jedoch üblicherweise erst im Auftrag der Polizei oder Staatsanwaltschaft nach einer Strafanzeige. Dieses Problem hat der WR mit einem neuen Beratungsscheck „Kostenlose Spurensicherung“, d. h. das Opfer kann eine kostenlose Untersuchung, die Sicherung der Gewaltspuren und eine gerichtsverwertbare Dokumentation in Anspruch neh-men. Damit kann das Opfer auch noch zu einem späteren Zeitpunkt die Strafverfolgung ein-leiten.
Die Untersuchung unterstützt darüber hinaus auch die Beweisführung in einem Antragsver-fahren nach dem Opfer-Entschädigungsgesetz, die ohne Strafurteil schwierig sein kann. Ohne rechtzeitige Dokumentation der Gewaltspuren wären erforderliche Nachweise einer Gewalttat unwiederbringlich verloren. Hier setzt der neue Hilfescheck des WR an. Im Netz-werk der Unterstützung für die Opfer nimmt der Verein damit auch seine spezielle Lotsen-funktion wahr. Opfer und ihre Angehörigen erhalten persönlichen Beistand und können zur Untersuchungsstelle begleitet werden. Um die Abrechnung kümmert sich der WR. In der Pflicht sieht der WR dabei den Staat. Bis dahin schließt der Verein die Lücke, damit den Opfern keine Nachteile entstehen, weil die staatlichen Regelungen zu lange auf sich warten lassen. Ziel ist, die rechtsmedizinische Untersuchung als flächendeckende und für das Opfer kostenfreie Versorgung staatlicherseits möglich zu machen. Alle 30 rechtsmedizinischen Institute in Deutschland haben dem WR ihre Unterstützung zugesagt. Eine solche Spuren-sicherung ohne Einschaltung der Ermittlungsbehörden ist notwendiger Bestandteil der Rechtspflege, die auch angemessene Berücksichtigung von Opferbelangen mit einschließt. Weitere Informationen unter www.weisser-ring.de.

Kennst Du die neue Rufnummer des WEISSEN RINGES?  116 006

Dietrich Brandhorst
unter Verwendung eines Artikels
aus der WR-Publikation „direkt“

Frauennotruf Mainz stellt Film zu K.o.-Tropfen zur Verfügung

„Pass auf. Sei vorsichtig. Lass Dich nicht K.o.-Tropfen!“ Solche Mahnungen kommen bei Jugendlichen und jungen Menschen oft wie Spaßbremsen an. Wie es gehen kann, eine Party zu feiern, Leute kennenzulernen und trotzdem vorsichtig zu sein, soll ein Kurzfilm mit Informationen zu K.o.-Tropfen zeigen, den wir in Zusammenarbeit mit drei jungen und engagierten Absolventinnen des „Freiwilligen kulturellen Jahres“ beim Offenen Kanal Mainz produziert haben.


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